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W:O:A 2010

 

Randbericht bei Dragons-Art

 

Nach Wacken, ist vor Wacken. 2010 ist vorbei und als Resumee kann man sagen es war ein gelunges Festival. Einiges hat sich seit 2008 verändert, als ich das letzte mal dort war, statt der bekannten Wassercontainer gab es nun eine nie versiegende Pipeline, die allerdings nur zu den Duschcamps führte. Wer also weiter weg zeltete hatte einen langen Marsch mit seinem Kanister, und das befüllen selbigen dauerte ewig. Insgesamt allerdings ist der hygienische Zustand verbessert worden, nicht zuletzt auch durch die Uriniertürme, welche vielerorts aufgestellt wurden um den einen oder anderen doch dazu veranlassen sich nicht am Straßenrand zu erleichtern. Letzteres sorgte dieses Jahr für deutlich bessere Luft im Angesicht des warmen und trockenen Wetters.



Erstaunt war ich am Montag Morgen als im Ort selbst eine wahre Belagerung stattfand um dann ab 8 uhr auf das Gelände zu kommen, schließlich geht das Spektakel ja erst am Mittwoch los. (oder doch schon eher?) Vielerort wurde Kritik an den zusätzlichen 10 € pro Tag laut, die man für das Frühcampen abdrücken mußte, allerdings bin ich der Meinung dass man dafür einen guten Campingplatz hatte. Und wie eben schon gesagt, es ging erst Mittwoch los! Soviel dann zum losgehen, wobei die offiziellen Aktivitäten für mich eher am Donnerstag starteten, da am Mittwoch traditionell internationale Kontakte gepflegt wurden.





 

 

Das wichtigste sind in Wacken ja die Konzerte, dachte ich am Donnerstag bei Alice Cooper in First Line in Front of Stage. Im Gegensatz zu allen anderen Jahren wurde ich jedoch im Verlauf der Supershow von einem nicht abreißenden Strom von Crowdsurfern eines besseren belehrt. Nach 20 minuten Konzert war ich ,wie viele andere genervte Metalheads, nur noch damit beschäftigt Menschen über meinen Kopf zu heben und Boots auszuweichen. Kurze Entspannung während Mötley Crew sich als gute Liveband entpuppten, was ich keinesweg so erwartet hatte, und ihren schweren Stand zwischen 2 Hauptakteuren verteidigten. Dann kam der Auftritt von Iron Maiden die eine menge Werbung für ihr neues Album machten, aber an die Power des 2008er Auftritts nicht heranreichten. Dafür nahm die Power der Crowdsurfer zu, und das Gedränge vor der Bühne wurde extrem. Danke an die Security, welche entgegen der eigentlichen Anweisung dann doch in der Frontlinie Wasser verteilten. Im letzten Drittel des Konzertes wurde es selbst mir als hartgesottenem Frontlinier zu heftig, und bei "A Brave New World" verließ ich dann das Schlachtfeld nach außen. Ein israelischer Fan neben mir meinte: "this is not a Concert, this is a Civil War".


 

Bei nachfolgenden Veranstaltungen wurde dann zumindest vom Veranstalter das Circeln und die Wall of Death untersagt mit der Bemerkung: "wir wollen, dass ihr gesund nach Hause geht", was ich allerdings nur unterschreiben kann. Bei den nachfolgenden Konzerten standen wir in gebührendem Abstand vor den Bühnen. Theoretisch völlig unverständlich für mich, jedoch eine Tatsache, das zum Beginn des Slayerkonzertes der Eingang dicht gemacht wurde. Praktisch war das Gelände voll und somit die Maßnahme richtig, stellt sich jedoch die Frage, wieso zahle ich ein Ticket wenn ich dann nicht aufs Areal komme? Gravedigger mit ihrer Specialshow, und Gästen wie Van Canto, Doro und Hansi Kürsch (im Kilt, und noch immer ungewohnt kurzem Haar) waren natürlich die Sensation des Jahres.
Einfach nur geil !!!!!!!



Wesentlich ruhiger ging es dann bei Tyr auf der Wackinger Stage zu, obwohl das klasse Konzert der Nordländer sehr gut besucht war, ging es dort zu wie in alten Zeiten, auch konnt ich mich hier den Rufen der Fans anschließen "TYR for WETstage".


Am Sonntag brannten wieder hier und da die obligatorischen Feuer, in Form von Sesseln, Zelten oder ähnlichen Gegenständen.
Allerdings kam diesmal mit der Feuerwehr ein Beauftragter des Ordnungsamtes und notierte Kennzeichen und Namen von Leuten (welche nicht nachdachten, und diese nannten), womit eine Anzeige mit Sicherheit folgte, und damit die Zeit das man Sonntags seinen Stuhl verbrennt ein Ende hat (shit happens)

 

Ganz zum Schluss möchte ich noch einer Bitte entsprechen, eine der Müllsammlerinnen die mit ihren Kindern dort war um sich ein paar Euro zum Hartz 4 dazu zuverdienen erzählte mir, dass man zum einen dort als Sammler eine Steuernummer abgeben muss ,und somit natürlich auch Steuern zahlen, und zum anderen nicht mehr als die 100 € Freibetrag zum Hartz 4 sammeln darf ,andernfalls wird es abgezogen.
Sie bat mich das an die Öffentlichkeit zu bringen.



Dazu mein Statement. wir alle hinterlassen dort eine menge Dreck, und jeder sollte froh sein wenn es Menschen gibt die dort Dinge aufsammeln von denen wir nicht einmal die Namen wissen wollen. Diese freiwilligen Helfer, die nicht sammeln um sich zu "bereichern" ,das ist kein leicht verdientes Geld, sondern auch faktisch den Müll trennen, sollten auch die Früchte Ihrer Arbeit im vollem und alleinigen Umfang genießen können.
Ich denke, ich spreche da im Namen aller Metalheads und unbürokratisch denkenden Menschen.

 

See you next Year in Wacken......Rain or Shine

Cheers Karo, für Radio Gates of Doom