VI. Amphi Festival 2010
24.- 25.07.2010
Köln Tanzbrunnen
Wir waren in Köln auf den Weg zum Tanzbrunnen, und einige neugierige Blicke stellten sich wohl die Frage was da los sei. Nicht nur Blicke, auch 2 ältere Damen sprachen uns an, und fragten denn einfach nach weswegen so viele etwas anders gekleidete Leute alle in eine Richtung strömten. Die Frage war sehr einfach zu beantworten, denn es wurde zum sechsten male zum Amphi Festival gerufen, und etwa 16.000 Besucher und 37 Künstlern folgten der Aufforderung nur zu gern.
Natürlich dürfen da Gastronomie, Merchandise so wie Autogramm Stunden und namenhafte Bekleidungsläden wie X-tra-X oder Abbadon nicht fehlen. Allgemein wurde ausgelassen und friedlich gefeiert, es herrschte eine familiäre und lockere Atmosphäre. Auch das Wetter spielte bis zum Sonntag Nachmittag gut mit.
Am Freitag Abend begann es mit einen Vorentscheid wer am Samstag die Mainstage eröffnen darf, wo sich 4 Band´s im Vorfeld ihre Startposition über Ebay Auktionen ersteigerten, um an dem Abend Ihre Position durch Spenden des Publikums sicherten. Die Erlöse der Auktionen und Spenden kamen Missbrauchsopfer zugute die Dunkelziffer. e.V. als Scheck überreicht bekamen. Für die Eröffnung konnte sich schließlich die Leipziger Band ZIN durchsetzen, und begann um 12:00 Uhr damit das Festival musikalisch einzuleiten.
Während auf der Mainstage ZIN langsam zum Ende kamen, öffnete das Staatenhaus die Tore und es bereiteten sich Miss Construction darauf vor die Leute zum tanzen zu bringen. Der Macher von Blutengel, Terminal Choice und Tumor steckt voller Ideen, die nicht alle in einen Projekt unterzubringen sind, so das man sich fragen kann was er wohl als nächstes plant. Seine Fans und auch andere finden es auf jeden Fall gut, und er konnte sie durchaus erfreuen, als er Samstag das Staatenhaus um 12:30 Uhr eröffnete.
Im Staatenhaus war Miss Construction noch nicht fertig, da ließen DIN[A]TOD auf der Mainstage schon Ihre ersten Klänge vernehmen. Die Berliner Band lässt mit Ihren Klängen an die elektronischen 80er Jahre Sound´s erinnern, mit denen sie um 12:50 Uhr die Zuhörer heran lockte, und mit Ihren D(e)athb(e)at zum feiern bewegte. Man kann sicherlich gespannt sein was Sven und Claudia noch in der Zukunft von sich hören lassen.
Noch waren die Minimalistischen Klänge auf der Mainstage nicht verklungen, da eröffneten im Staatenhaus um 13:20 Uhr Destroid ihre elektronische Show. Daniel Myer, der auch von Haujobb und Architect bekannt ist, und Sebastian Ullmann mit seinen Projekten For A Space und Polyspace, sind auch so keine Unbekannten, und haben mit Destroid eine Verschmelzung düstere EBM mit modernen Synthesizer Klängen erschaffen, welche die Zuschauer dort eine unvergessliche Zeit erleben ließ, die zum tanzen und feiern wie geschaffen war.
Im Staatenhaus erfreute man sich noch an den Klängen von Destroid, da fingen auf der Mainstage End Of Green um 13:50 Uhr an die Bühne zu rocken. Die aus dem Stuttgarter Raum stammende Band um den Frontmann Michelle Darkness, der auch Solo schon einige Songs aufgenommen hat, hatten es nicht all zu schwer die Leute mit Ihren Song´s zum feiern zu bewegen. Mit einer kraftvollen Stimme voraus, und alternativ rockigen Klängen heizten sie das Publikum regelrecht ein.
Bevor End of Green sich von der Mainstage verabschiedeten, War im Gegensatz zu den rockigen Klängen, im Staatenhaus wieder elektronisch Musik zu hören, und ein Teil der Besucher bewegten sich zielstrebig um 14:20 Uhr zu Faderhead um bei seinen Song´s zu tanzten. Ob nun Dirty Girls, oder Dirty Boys, es machte da wenig Unterschied als man den Klängen des aus Hamburg stammenden Künstler lauschte, man wurde einfach von der guten Laune angesteckt und feierte mit.
Ashbury Heights standen um 14:55 auf der Bühne. Die Schweden präsentierten dabei Musik, die an einer Kreuzung zwischen Depeche Mode und Project Pitchfork erinnert, welche keinesfalls negativ ist, im Gegenteil: Das Publikum fand die Sounds ebenfalls gut und so bewegte es auch uns zum mittanzen.
Experimente waren auch auf dem Amphi vertreten, nur diese waren definitiv nicht seid gestern aktiv: Solitary Experiments rockten im Staatenhaus die Menge. Gute Stimmung verbreiteten die Jungs, die aus Berlin und Frankfurt an der Oder stammen. Dabei gaben sie alles auf der Bühne, was das Publikum auch spürte und lies sich von den Sounds treiben.
16:10: Monoton und Minimal, das spricht eine Sprache die jeder sofort mit Welle:Erdball in Verbindung bringt, die denn auch auf der Mainstage die Bühne unsicher machten. Sie bleiben ihren Style treu und machten mit einer Art 80er Jahre Elektropop Show den Fans ein unvergessliches Erlebnis.
„Der Tanzdiktator will euch tanzen sehen“ hieß es denn im Staatenhaus um 16:20, als Nachtmahr und die „Mädchen in Uniform“ zum „War on the Dancefloor“ riefen. Die Menge war sichtlich begeistert von der Show, die der Wiener Thomas Reiner mit seinen Mädels geliefert hat. Getreu dem Motto: "Ich habe nur ein einziges Intresse... ob ihr lebt oder krepiert ist mir egal – Ich will euch tanzen sehen!"
Funker Vogt, ein Urgestein der EBM– Bewegung betrat um 17:20 im Staatenhaus die Bühne. Die Niedersachen wussten, wie man die Menge zum Träumen, Tanzen und zum mitfeiern animiert.
Mittlerweile war es 17:25 geworden, als Blutengel die Mainstage betraten. Viele bekannte Songs wurden zum Besten gegeben, welches die Fans begeistere. Ebenso waren gutaussehende langbeinige Damen mit Chris Pohl auf der Bühne zu sehen, die wohl mehr Platz zum Tanzen hatten als der Rest der Menge, die sich vor die Mainstage drückte.
18:25: The Crüxshadows lieferten eine aussergewöhnliche Bühnenshow mit interessanten Bühnenoutfits. Die US – Amerikaner wussten, wie sie die Menge zum Rocken bringen konnten.
Anne Clark, eine Urikone, die ihresgleichen sucht, war um 18:55 auf der Mainstage zu sehen und zeigte dass nicht nur Charisma, sondern auch eine Stimme hat die unter die Haut geht. Das Publikum war teils am Tanzen, teils einfach nur der gewaltigen Stimme der Belgierin am lauschen. Man kann nur hoffen, dass diese Dame noch viele Jahre die Massen so bewegt.
Im Staatenhaus gings um weiter mit einer der Urgesteine des elektronischen Gernes: Project Pitchfork. Die Hamburger spielen viele bekannte Songs, die die Menge zum Mitsingen animierte. Doch eine Ansage war uns besonders im Gedächnis geblieben: "Dies ist das beste Lied von And One – Timekiller!" hies es von Frontmann Peter Spilles. Das Publikum hat gegröhlt und lauthals mitgesungen.
Um 20:35 war der Mainstage – Bereich so gefüllt, dass man kaum einen Schritt vor den nächsten machen konnten, denn And One standen auf der Bühne und wollten ihren Fans eine gute Show liefern. Ein Mix aus Covern und eigenen Songs wurde dabei präsentiert. Was natürlich nicht fehlen durfte war das von Project Pitchfork erwähnte "beste Lied von And One" Timekiller.
Einen würdigen Abschluss des Amphi – Samstages lieferte Skinny Puppy um 21:15 im Staatenhaus. Die Halle war sehr gut gefüllt und die Stimmung gigantisch. Diese US – Amerikaner wussten, wie man eine gute Show abliefert, so dass sie sogar noch 2 Zugaben spielten.
Danach ging es zur Aftershow – Party, wo mit Djs wie DJ Francois, DJ Gillian, Ronan Harris, DJ Nightdash, DJ Hive und DJ Garybaldi noch bis in die Morgenstunden gefeiert wurde.
Sonntag Mittag gings um 12 auf der Mainstage gnadenlos weiter mit Extize, die eine gelungene Show dem noch etwas trägen Publikum liefern konnten. Besonders die beiden Damen waren ein Blickfang nicht nur für die männlichen Besucher.
12:15 gings dann auch im Staatenhaus weiter mit Escape from Romeo, die dem Publikum noch ein wenig auf die Sprünge halfen und insgesamt eine gute Show lieferten. Ein Heimspiel, denn die Jungs kommen aus Köln.
Kaum Zeit zu verschnaufen hatten wir, denn um 12:50 gings gleich weiter mit Mono Inc.. Die Hamburger rockten die Mainstage mit viel Nebel und einer gelungenen Show, die sich sehen lies.
Kaum hatten wir auf die Uhr geschaut, da war es auch schon 13:20. Weiter gings mit Frank the Baptist. Gewohnt mit seinem Zylinder auf dem Kopf lud er das Publikum zum Mitschwingen und Träumen ein. Die US – Amerikaner bzw. Berliner hatten die Massen gut im Griff.
Rabia Sorda war ein Act, den ich persönlich nur ein einem Track her kannte und deswegen gespannt war, als sie um 13:50 auf die Mainstage traten. Doch enttäuscht haben sie mich keines Falls, denn der Sound, den sie präsentierten traf auch genau den Nerv des Publikums und lies dieses rocken.
Leaves Eyes traten um 14:55 auf der Mainstage auf die Bühne und rockte das Publikum ordentlich durch. Das Outfit, welches Liv Kristine trug, war dem, welches das Cover der aktuellen CD "Njord" schmückt sehr ähnlich und für die männlichen so wie auch weiblichen Zuschauern ein Augenschmaus.
15:45 : Ein fliessender Übergang von Leaves Eyes von der Mainstage nun zu Coppelius ins Staatenhaus. Die Halle war gut gefüllt und so rockte man zu den bekannten Songs, die die Berliner so sympathisch machen.
Um 16:10 gings weiter mit Mesh auf der Mainstage. Die Briten boten ein schönes Angebot aus ihrem Song – Sortiment und boten eine gute Show.
Ein blonder, langhaariger Mann trat um 17:00 im Staatenhaus auf die Bühne, weiss gekleidet und zu hören war "Ein Name im Kristall". Es war klar, dass das nur Samsas Traum sein konnten. Sie rockten das Staatenhaus so sehr, dass man kaum noch einen Fuss vor den anderen setzen konnten
.
Ich habe die Mainstage am diesem Tage noch nie so voll gesehen, als Combichrist um 17:25 auf der Bühne waren. Es war voll, ich meine wirklich voll, selbst weiter hinten an den Getränkeständen war es noch voll gewesen. Die Amerikaner zeigten dem Publikum, das elektronische Musik wirklich auch rocken kann und spielten für die Fans bekannte Songs, zu dem viele tanzten.
Weiter ging es dann um 18:25 im Staatenhaus als Front Line Assembly auf der Bühne standen. Die Amerikaner hatten erst neulich ihr Album "Shifting Through the Lens" rausgebracht und brachten eine Show, die einfach nur einmalig war. Selbst Schuld, wer nicht da war.
Langsam taten uns die Füsse weh, als um 18:55 ASP auf der Bühne standen. Der Frankfurter riss sofort alle Zuschauer in seinen Bann, welches nach dem Song "Ich will brennen" schrie, welches er dann auch spielte. Zwischenzeitlich hatte es angefangen zu regnen, so dass die Leute mit Regenschirmen und Regenponchos vor der Bühne rockten.
19:50 war es mittlerweile geworden und langsam merkte man den Besuchern die Müdigkeit der letzten Stunden an. Was aber Diary of Dreams nicht davon abhielt, das Staatenhaus in seinen Bann zu ziehen, und den Leuten zu zeigen was Adrian Hates, Gaun:A, D.N.S., Flex und Torben Wendt in den Jahren an Bühnenerfahrung schon so oft bewiesen haben, Musik kann Körper und Geist bewegen.
20:35: VNV Nation traten auf die Bühne der Mainstage, und zeigten weswegen sie so oft als Headliner bei Festivals geladen werden. Die Fans waren sichtlich begeistert und man merkte den Besuchern die Anstrengung der letzten Stunden kaum an, als sie zu den EBM Klängen tanzten und feierten.
Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende, als um 21:15 im Staatenhaus die Letzte Instanz auf der Bühne standen und die Halle zum Beben brachten. Es wurde getanzt, gesungen und gefeiert, also alles andere als leise. Die Stimmung war riesengroß, selbst die erschöpften Besucher nahmen nochmal alles zusammen und rockten ordentlich mit. Dabei lies sich es die Band auch nicht nehmen vorweg Ihre neue CD anzukündigen und schon mal einen Vorgeschmack zu spielen, denen die Besucher gespannt lauschten.
Der Abschluss wurde von Eisbrecher gemacht, der auf dem Amphi auf seine "Auf Kalt" Tournee beendete. Der Checker machte seinen Namen alle Ehre und lies seine Besucher tanzen und mitsingen, während er Kunststückchen mit der Microphon Stange zum Teil versuchte, und auch schaffte.
ChaosKatze's persönliche Meinung: An sich ein sehr gelungenes Festival, auch wenn man mehr Zeltplätze zur Verfügung hätte stellen sollen. Auch waren die Sanitäranlagen rar gesät und der Geldautomat wie im Jahr davor schon defekt, weswegen man dann zum Deutzer Bahnhof laufen durfte um Geld zu holen. Eine bessere Logistik würde das Amphi noch
entspannter und erfreulicher werden lassen. Ansonsten war es eine sehr familäre Atmosphäre mit herausragenden Persönlichkeiten und ein friedliches Miteinander.
Fool´s persöhnliche Meinung: Es war eine angenehme Atmosphäre auf dem Festival, und bis auf die etwas teure, und spartanische Auswahl an Getränken und die zu kleinen Zeltplätze doch sehr zufrieden stellend. Es sollte mal daran gedacht werden den Geldautomaten besser gefüttert zu halten in den Tagen, da er wiederholt seinen Geist aufgegeben hatte in dem Jahr, und mit den Verkehrsbetrieben besser ausgehandelt werden das die Verbindungen von den Zeltplätzen und dem Festivalgelände auch am Wochenende besser zustande kommen, ohne gleich Taxi rufen zu müssen, wobei die Taxifahrer allerdings sehr freundlich waren.





